Mehr Perspektiven wagen: Chinakompetenz als Zukunftskompetenz

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Heidelberg School of Education
Voßstraße 2
Gebäude 4330
69115 Heidelberg
Deutschland

Terrasse

EIN HSE-TERRASSENGESPRÄCH ZUM THEMA CHINAKOMPETENZ IN DER SCHULE

Das Bild zeigt viele Menschen im Gespräch auf der HSE-Terrasse im Abendrot, umgeben von Baum und Büschen.

China begegnet uns täglich, Zukunft ohne China zu denken ist schlicht unmöglich. Aber trotz des wachsenden Interesses und zunehmender medialer Präsenz des Themas ist es eine große Herausforderung, China in seiner thematischen Breite und historischen Tiefe zu erfassen. Doch genau diese vertiefte Auseinandersetzung mit China – mehr Chinakompetenz – wird spätestens seit der Veröffentlichung der China-Strategie der Bundesregierung im Juli 2023 auch mit Blick auf die Schule vermehrt gefordert. Und tatsächlich wurde China etwa in Baden-Württemberg schon 2016 mit der Reform der Bildungspläne u. a. im Geschichtsunterricht mehr Raum gewährt. Dieser Wunsch nach mehr Chinakompetenz schafft jedoch Bedarf nach Orientierung und Qualifizierung, dem Schulcurricula bundesweit und Schulbuchverlage höchstens am Rande gerecht werden. China kommt in der Lehrer:innen-Ausbildung kaum vor, originalsprachliche Quellen sind rar. 

Hier setzt die China-Schul-Akademie an der Universität Heidelberg an: Das vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Projekt fördert durch ein gezieltes Fortbildungsangebot und die Bereitstellung von Lernmaterialien die kritische und multiperspektivische Beschäftigung mit China im Fachunterricht. Gemeinsam mit dem Lehrer und Schulbuchautor Dr. Daniel Schumacher diskutieren Projektleiterin Prof. Dr. Barbara Mittler und ihre Mitarbeiterin Dr. Odila Schröder im Terrassengespräch wie schulischer Unterricht mehr Perspektiven auf China wagen und Schüler:innen neue Sichtweisen durch China eröffnen kann. 

Kurze Inputs weiten zunächst die Perspektive und ordnen die Bedeutung von Chinakompetenz aus Sicht der Fachwissenschaft und Fachdidaktik in breitere Kontexte ein: So lässt sich China als wertvolles Beispiel für transkulturelles Lernen und globalgeschichtliche Perspektivierungen im Geschichtsunterricht heranziehen und ist ein unumgängliches Thema im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Kontrastierend stellen die Referent:innen erste Ergebnisse einer Auswertung bundesweiter Lehrpläne und Schulbücher der Fächer Geschichte, Geografie/Erdkunde, Religion/Ethik und Sozialkunde vor und teilen ihre Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Schulbuchverlagen. Aus der Diskussion der Leerstellen („Perspektivlosigkeit“ oder „Monoperspektivierung“) ergibt sich ein Einblick in die Arbeit der China-Schul-Akademie und deren Zusammenarbeit mit Fachdidaktiker:innen. Zudem sollen Perspektiven aus der schulischen Praxis beleuchtet werden.

Abschließend diskutieren die Referent:innen mögliche Lösungsansätze, die sich aus der „Herausforderung Chinakompetenz“ in der Fachwissenschaft und Fachdidaktik bei der Erstellung von Bildungsmedien und der Lehrkräfteausbildung ergeben, und beziehen dabei Fragen und Erfahrungen aus dem Publikum ein. Wie immer besteht im Anschluss Gelegenheit, sich in ungezwungenem Ambiente persönlich mit den Expert:innen und Gästen auszutauschen.

REFERENT:INNEN

Prof. Dr. Barbara Mittler hat in Oxford, Taipei und Heidelberg Sinologie, Musikwissenschaft und Japanisch studiert und wurde 2004 an die Sinologie in Heidelberg berufen. Sie ist Mitbegründerin des Exzellenzclusters „Asia and Europe in a Global Context” (heute Heidelberger Centrum für Transkulturelle Studien, HCTS) und des Centrums für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS), Initiatorin einer Vielzahl an Wissenstransferprojekten, des Worldmaking Kollegs (Ein Dialog mit China) und Leiterin des Projektes China-Schul-Akademie.


Dr. Odila Schröder hat in Beijing, Heidelberg und Cambridge Sinologie, Politikwissenschaften, Transkulturelle Studien und Wissenschaftsgeschichte studiert und im ERC Projekt „Cultures of Occupation in Twentieth Century Asia“ in Nottingham promoviert. Seit 2020 arbeitet sie als Postdoc im Projekt China-Schul-Akademie, erstellt Lernmodule zur Politik und Kulturgeschichte Chinas, bildet Lehrkräfte fort und arbeitet als fachliche Beraterin und Autorin von Bildungsmedien.


Dr. Daniel Schumacher ist Lehrer für Geschichte, Englisch, Global Studies und Wirtschaft & Verantwortung an der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen am Bodensee sowie Didaktiker an der Universität Konstanz, wo er Lehramtsstudierende aus- und Lehrpersonen fortbildet. Er beschäftigt sich u. a. mit der Integration der Geschichte Chinas in den Unterricht und hat als Schulbuchautor mehrere Geschichtslehrwerke in Baden-Württemberg und Niedersachsen mitgestaltet.

WEITERE INFORMATIONEN UND ANMELDUNG

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Bei schlechtem Wetter verlegen wir die Gespräche (auch kurzfristig) in den Konferenzraum der HSE, der direkt an die Terrasse anschließt.

GESPRÄCHE AUF DER HSE-TERRASSE

Die „Gespräche auf der HSE-Terrasse“ sind eine lebendige Veranstaltungsreihe für Forschende, Studierende und Lehrkräfte aus Heidelberg und Umgebung. Bei Getränk, Musik und Abendsonne können hier Menschen aus Schule, Akademie und Lehrkräftebildung miteinander zu aktuellen und kontroversen Themen ins Gespräch kommen. Dazu präsentieren Wissenschaftler:innen gemeinsam mit Heidelberger Lehrkräften pointierte Forschungs- und Erfahrungsberichte zu aktuellen Fragen. Im Fokus stehen gesellschaftlich relevante Themen, die auch und gerade für den Unterricht in Seminarräumen und Klassenzimmern von zentraler Bedeutung sind.

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